Zusammenfassung 1. KNH-LABOR

Das erste Treffen der Denk- und Dialogwerkstatt „KNH-Labor“ eröffnete den Reigen der Auseinandersetzung mit dem Thema „Kunst und Kultur im Bezirk – Was ist das und was mach ich da?“

Impulsvortrag von Jutta Schwarz

Die Hernalser Schauspielerin, Theatermacherin, Performerin Jutta Schwarz gestaltete in sprühendes Impulsreferat zu ihren Visionen für das kulturelle Leben in Hernals. 

Kunst und Kultur?

Auf spielerische Art wurden danach Bilder, Assoziationen und Bedeutungszusammenhänge der Begriff „Kunst“ und „Kultur“ gesammelt und diskutiert.

Einige Gedankenblitze aus der Runde:

  • Architektur – Wissenschaft oder Kunst? 
  • Alltagskultur – Hochkultur
  • Partizipation, Zusammenwirken, Prozess
  • Kultur: Plattform zur Verfügung stellen + Räume schaffen – sich treffen und reden – aufeinander zu gehen!
  • Veraltet(?): Kunst von Können, Kunsthandwerk 
  • Aktuell: Macht des Kunstmarkts
  • Kunst muss neue Perspektiven zeigen
  • Kunst bewegt, verändert die Wahrnehmung. Entweder sie inspiriert (> Kunst) oder sie regt Diskussion an (>Kultur) 
  • Kulturarbeit ist Alltag. Kunst hat immer etwas mit AutorInnenschaft zu tun. Gegenpol nur die Natur – Gefühl es gibt keine/n AutorIn 

Kunst ist kein Gegenpol zur Kultur. Wenn überhaupt unterschieden werden soll, wäre ein möglicher Ansatz: Kunst kann alleine produziert werden. Kultur ist alles was über mich hinausgeht – es geht nicht alleine.

  • Da die Abgrenzung schwierig und persönlich unterschiedlich ist: Wir sollten immer von Kunst- und Kulturschaffenden sprechen 
  • Kunst und Kultur ist wichtig! 
  • Um sich im Stadtteil wohl zu fühlen und sich mit ihm zu identifizieren ist es wichtig ihn stets von Neuem kennenzulernen, dann können sich Perspektiven erweitern. Für die Schärfung der Wahrnehmung fehlen die Flächen.

Fazit des 1.KNH-Labors

Eine fruchtbare Auseinandersetzung, in dem Sinne als dass der intellektuelle Austausch sich auf die Ebene der Praxis herunterbrechen läßt, ist nur über konkrete und alltagsrelevante Themen möglich.

Partizipation und gemeinsam gelebte Kultur braucht praktische Kristallisationspunkte, in welchem sich die individuellen Bezüge der Beteiligten zu gemeinsamen Schritten ausgestalten können.

Ausblick auf das nächste KNH-Labor

Das erste Treffen legt nahe, sich beim nächsten Mal mit konkreten Wünschen, Zielen und Möglichkeiten der Mitgestaltung auseinanderzusetzen. Es geht um die Fragen „Was wünscht du dir und was willst du konkret dafür machen? Wie kannst du unterstützen?“

 

1. KNH Labor - 01.März 2012 - 17:00

1170 Wien, Lacknergasse 28
Gebietsbetreuung GB*9/17/18 

Was ist Kultur?

Was ist Kultur in Hernals?

Verbindet Kultur oder trennt sie?

Fragen suchen Antworten... individuell und gemeinsam...

Mögliche Themen:

  • Woran erkenne ich ein „Kultur-netz Hernals“? Welche „Kultur“ meinen wir damit?
  • Wie soll ein KNH Labor ausschauen und welche Bedürfnisse kann und sollte es abdecken?
  • Was sind DEINE Kultur-Visionen für den Bezirk?
  • Wie sind die Rahmenbedingungen für „Kunst- und Kulturleben“ im Bezirk?
  • Finden sich gemeinsame Interessen, gleichartige Vorstellungen, gar Ziele und mögliche Strategien?
  • Was tun wir, wenn wir alle („kulturellen“) Rahmenbedingungen hätten, die wir bräuchten, um …. ?
  • Was darf ich als Kulturschaffende/r im öffentlichen Raum?

Ansprechpersonen:

Christoph Schwarz (Verein KUNST-MACHT, KNH-Mitglied) und Amila Sirbegovic (GB* 9/17/18)

Anmeldung:
E-Mail an labor@kulturnetz-hernals.at oder melde Dich telefonisch unter der T: (+43 1) 485 98 82 (Gebietsbetreuung) an.

Impulsvortrag von Jutta Schwarz beim 1. KNH-Labor

Warum ich eingeladen bin hier zu sprechen? Zuerst einmal - ich bin Hernalserin, und ich liebe es, nicht nur weil ich das Glück habe in Neuwaldegg zu wohnen.

Mit dem Kulturnetz Hernals verbindet  mich, dass ich schon im vergangenen Jahr eingeladen war - mit meiner Soloperformance seXtegeneration. Christoph Schwarz (wir sind nicht verwandt) hatte im Rahmen  des Festivals „TATORT Hernals 2011“ im Hernalser Stadttheater günstige Bedingungen für mich ausgehandelt, leider musste ich wegen einer  Erkrankung absagen und hab deshalb auch sonst vom Festival nur gehört, aber leider nichts gesehen.

Trotzdem die Einladung?

Ich bin Schauspielerin und Theaterschaffende und habe seit mittlerweile 52 Jahren mit Kunst und  Kultur zu tun, u.a. sehr viel mit Festivals und Kulturinitiativen. Das waren in meinen Augen gelungene und weniger gelungene Unternehmungen, aber natürlich ist das subjektiv.

Und so ist meine kleine „Vision“ wie ich mir ein Kulturnetz Hernals vorstelle,  auch eine rein subjektive. Aber vielleicht kann sie Anregungen bieten, die sich mit Ihren/Euren eigenen Aktivitäten und Vorstellungen ergänzen,  vielleicht sind sie aber auch ein Ansatzpunkt, um sich davon abzusetzen und ganz andere Ideen in den Vordergrund zu rücken. Dafür ist der heutige Abend da, für den Beginn eines solchen Dialogs

Ich möchte mich gleich einmal persönlich positionieren und damit beginnen, wann ich Kulturinitiativen,  bzw. Festivals eher entfremdend empfinde:

wenn ich, bzw. wir, nur für 1-2 Tage eingeladen sind und deshalb von allem anderen nichts oder kaum etwas mitbekommen, wenn ich keine Kontakte knüpfen kann, keine Anregungen kriege,  wenn der Veranstalter uns nur mit Geld  abgeltet, aber nicht mit Interesse und mit Rücksicht auf unsere Bedürfnisse, wenn das Publikum wie ein amorphes Baby im Vordergrund steht, das möglichst viel geboten kriegen soll, oder wenn die Größe und Bedeutung des Festivals  im Vordergrund steht - mit Blick auf die Geldgeber, aber auch, wenn das Festival nur so eine Art Kunstmesse ist, wo jede/r  ohne Zusammenhang zum Ganzen  nur sich selbst präsentiert - all das verbinden ich persönlich nicht mit Kultur.

Was dann? Wenn ich aus einer Ausstellung raus gehe, die mich wirklich interessiert hat, dann sehe ich für zumindest 1 Stunde die Welt so, wie ich sie normal nicht sehe, sondern ich sehe sie auch ein Stück mit den Augen dieses Künstlers: da sind Linien, Farben, Abstufungen, Verbindungen, Entsprechungen, die mir vorher nie aufgefallen sind, eine ganz andere Sicht! Das ist spannend vielleicht auch etwas verunsichernd, auf jeden Fall ein Aha-Erlebnis. Zumindest für diesen Moment wird mir deutlich bewusst, dass es mehr Perspektiven und Betrachtungsweisen gibt, als nur meine eigene.

Dafür ist  Kunst / Kultur ist in meinen  Augen da, für die Durchdringung des Zusammenlebens mit solchen Momenten der erweiterten Wahrnehmung , Aha-Erlebnisse, die hinzielen auf die die Fähigkeit zu differenzieren und zu unterscheiden, die aber ebenso den Blick öffnen für die Möglichkeit Verbindungen herzustellen, andere Perspektiven einzubeziehen und gelten zu lassen.

Kultur zielt für mich auf Mündigkeit, Beteiligung, Kritikfähigkeit, Engagement, auf Kreativität, auf Protest wie auf Gegenentwürfe. Ich lebe halt selbst lieber in einer mündigen, dialogfähigen, demokratischen Welt, und dafür bin ich auch bereit mich zu engagieren. .Für mich war und ist dieser Anspruch, der ein persönlicher aber auch ein politischer ist, sozusagen die Grundlage, der Bezugspunkt für alle meine Engagements.

Auf das Kulturnetz bezogen: ich wünsch mir, dass es mit einem Pilz vergleichbar ist, der einmal alle 2 Jahre Hochsaison hat, (und das Jahr dazwischen eher bescheiden auftritt), da sprießen dann herrliche Pilze, aber wie wir wissen, sie sind nur die Früchte, die den Pilz über die Sporen noch weiterverbreiten, der Pilz selbst ist das unterirdische Mycel, es ist reichverzweigt, vernetzt sich durchs Erdreich, breitet sich immer mehr  aus, -zugleich  wirkt er zurück auf das Erdreich, schließt es auf, macht es fruchtbar, auch für andere Organismen..

Konkret hieße das, und jetzt kommt ein (um die finanziellen Mittel sehr unbekümmerter) Wunschzettel::

Ich wünsch mir, dass das ganze Jahr über Initiativen laufen, Kooperationen mit Schulen, mit Clubs, mit Geschäften, Lokalen, mit Marktbesuchern und Menschen die in Hernals leben.

z.Be..als informelle Kontaktaufnahmen, als Interviews, Videos, Berichte, Pros und contras, und ich wünsch mir eine Email-Zeitung, in Zusammenarbeit mit Schulen, die in Zusammenfassungen der Bezirkszeitung beigelegt werden könnte, aber die im Rahmen des Festivals auch verkauft werden kann.

ich wünsch mir Theaterworkshops, Musikworkshops, Tanz, Kooperationen mit bildenden und schreibenden Künstlern, offene Ateliers, eine Schreibwerkstatt,

Kontakte zu den Nachbarbezirken, um auch hier Vernetzungen zu ermöglichen, um sich auszutauschen und Anregungen zu holen…

ich wünsch mir, dass wir den Bezirk in seinen verschieden Grätzeln kennen und verstehen lernen,

ich wünsch mir Führungen, durch den Bezirk und entlang seiner „Grenzen“, unter sehr subjektiven und creativen Kriterien,….

ich will, dass Experten und Experten ihres eigenen Lebens gern zum Festival kommen, um einen Vortrag zu halten, Zeitzeugen, und Wissenschaftler, Christian Felber von Attac, Klimaforscher, Soziologen….

es geht um die Zusammenhänge, um ein Zulassen und Balancieren,

Es geht um die soziale Plastik, wie Beuys das genannt hat, das gemeinsame Kunstwerk:

wie formen wir - selbst Teil der Gesellschaft-  unsere Gesellschaft von innen, diesen Organismus, in dem es mir nur dann gut gehen kann, wenn es im großen und ganzen allen gut geht, …-  Wie beleben, aktivieren  und entspannen wir diesen Organismus, wie klug, widerstandsfähig, anpassungsfähig, kreativ und innovativ erleben wir diesen  Organismus, was können wir beitragen…

ich wünsch mir dass es einen Speaker´s Corner gibt, eine Klagewand, einen Beschwerdechor,   eine Wunsch – und eine Anerkennungswand,….

ich wünsch mir, dass  die Tanzschule am Kirchenplatz das Festival eröffnet und dass Rapper  und Breakdancer (des Bezirks)  ebenfalls ihre Auftritte haben…

ich wünsch mir Planspielclubs, die Planspiele für das Festival entwickeln (z.B. wie können wir damit umgehen, wenn die Elektrizität ganz ausfällt, oder was muss geschehen, damit  der Klimawandel endlich Priorität erhält, vor allen anderen? usw. usw… )

In dem Zusammenhang wünsch ich mir auch gleich eine Tauschkreis initiative,…

Schnitzeljagenden, um eine Botschaft unbemerkt (ohne elektronische Hilfen) durch den Bezirk zu bringen…

ich wünsch mir mehr Radfahrwege,

ich freu mich dass der Dornerplatz wieder zum Markt wird  - und ich möchte dass eine Ecke offen bleibt, mit beweglichen Bänken, damit sie vielfältig bespielt werden kann,….

Und der Rückbau des Dornerplatzes gibt mir eine vielleicht sehr private Hoffnung, dass wir eines Tages wieder Linden pflanzen können statt des Baumhalsels, eine Lindenallee die Hernalser Hauptstrasse hinauf, wies in den 80er Jahren noch war, der Duft wenn man da hinaufgefahren ist im Juni, von der Rosensteingasse bis zur 34er Endstation, berauschend – ein  ganz besonderer Bezirk ist das immer für mich gewesen, in dem die Hauptstrasse durchgehend begleitet wird  von einer Lindenallee! (Der Baumhasel? Er kommt mit der Trockenheit und dem Salz auch nicht besser zurecht als die Linden.) Vielleicht Baumpatenschaften? Und alljährlich  ein Mitsommernachts-Picknick unter all diesen Linden, vom Elterleinplatz bis nach Dornbach hinauf..

Ich wünsch mir Projekte, die der Vergangenheit nachspüren - und welche, die in die Zukunft weisen, 

ich wünsche mir Lokales - im Bewusstsein des globalen Zusammenhangs

ich wünsch mir Zeitungstheater, unsichtbares Theater, vor allem wünsch ich mir Forumstheater,

ich wünsch mir Rhetorikclubs, und Capoeira, (christoph, wie schreibt man das? Gehsteigfrühstück und Flashmobs, ich wünsch mir eine mycelartige Form von „occupy society“…

Ich wünsch mir eine Begleitung und Dokumentation  des Prozesses, und auch die Möglichkeit zur Supervision -, 

Und ich wünsch mir ein Dialogforum, Creativforum und  Reflexionslabor, …wie das hier eines werden soll

Ich dank Euch sehr für Eure Aufmerksamkeit.

Der eigentlkiche Pilz istdes Myzeels, das unterirdisch wächst, das Erdreich mehr und mehr und weiter und weiter durchdringt. …

Meine eigene Vision fasst jetzt die positiven Erfhrungen zusammen.  Nehmen wir an ich hätte die Kräfte eines ganzuen Organisationskommetiees

1)    Schritt Sammeln, wer kann was beisteuern.

2)    Kein thema vorgeben, sondern Themen herauskristallisieren, was könnten die persönlichen Anliegen sein, derer die sich beteiligen, lässt sich das verbinden, ein

Konzept daraus entwickeln, es ergänzen, ballancieren,

Gleichzeitig  geht’s darum herauszufinden was für Ressourcen der Bezirk hat, wer von den Lokalen, Veranstaltungslokalen, Geschäften, Clubs, etc. für eine wenn auch sehr lockere kooperation zu gewinnen wäre. Das würd ich als Projekt anlegen, d.h. dass jeder der Teilnehmenden sich in seinem Krätzle umsieht, freundliche Kontakte knüpft, davon berichtet, was für Chancen sie sieht, ob da Ideen entstehen….. das ist dann ausweitbar auf Kunstprojekte, wie Interviews, Videos, Texte, die gesammelt werden und dann auch beim festival präsentiert werden  etc.  es geht um ein Schrittweises, jedes Jahr etwas mehr Einbinden und Beteiligen der Ortsansässigen, ….

WEITERE ASSOZIATIONEN

Eugenio Barba: die Kunst aller künste ist das Lehren…vermitteln…

68 die postmoderne…Habermas, Beuys das kapital 71 – 77

Das Orgien mysterientheater???

Der Gasherd aus dem 5. Stock…
Cage!!

Das creative Potential des Fehlers, kooperation in Konkurrenz, alternative: beides im Dialog,

Eindampfungsprozess, die Alchemie, die Geschichte!“ der prozeß…der Faden…

Undergroundcity,

der Adventgang

occupy !

die Kinderstadt,

dass Gericht, die Polizisten….

Fishpool und der Vorrückkreis..,. der Hoyokachief….